07.11.2009

Bilder der Künstlerin Anneliese Rieger im Schwarzen Herzog


Burgdorf(pa). Im Hotel Restaurant Schwarzer Herzog begleiten die Gäste beim Essen seit Oktober die Bilder der Künstlerin Anneliese Rieger. Die farbenfrohen Kunstwerke kommen bei den Restaurantgästen so gut an, dass am Sonntag, 15. November ein Bilder wechsel geplant ist. Dabei wird um 15.00 Uhr eines ihrer Werke versteigert. Der Erlös geht an den Hospiz-Dienst Burgdorf.

"Einfach genießen" heißt der Titel der Ausstellung. Am Sonntag, 15. November, zwischen 12.00 und 16 Uhr wird dann diesem Namen Rechnung getragen. Eine Kombination aus Menü, Musik und Malerei erwartet die Gäste an diesem Tag. Moderne, frische á la carte Küche paart sich mit klassischer Kaffeehausmusik und den farbenfrohen Bildern ihrer Ausstellung.

Tatsächlich sucht man vergeblich nach gedämpften oder trüben Tönen. Vielmehr bestechen die Bilder duch eine intensive Farb- und ungewöhnliche Formgebung. Kühne Schwünge und kräftig dosierte, satte und doch wohlproportionierte Farben beherrschen ihre fröhlich stimmenden Motive. In diesem scheinbaren, von Blau- und Gelbtönen bestimmten bunten Chaos behält Rieger stets das Augenmaß für den kompositorischen Ablauf. Der Bildrhythmus bekommt seinen Anstoß aus dem Detail. In den großformatigen Gemälden entwickelt sich Bewegung, wird abstrakt und gibt dem jeweiligen Gesamteindruck ihrer Arbeiten seinen spezifischen Charakter.

Geboren in Göttingen lebte Anneliese Rieger bis Ende 1944 in Brüssel. Bereits während ihrer Schulzeit in Ostfriesland nahm sie Unterricht bei den Malern Schönfeld und Kunstreich. Bei Professor Höhl in Marburg schließlich erlernte sie verschiedenste Techniken der Malerei und studierte daneben Kunstgeschichte und Archäologie. Seit 1988 arbeitet sie im Atelier Rödensen unter der Leitung von Ute Coviello Tonplastiken. Sie betreibt eine private Malschule und hat ein Diplom in Karikatur- und Pressezeichnen inne. Weitere Informationen gibt es auf ihrer Homepage www.riegerart.de

14.03.2008

Keine Frau für trübe Farben

Künstlerin Anneliese Rieger zeigt in ihren Bildern "Lebensfreude"

Von Rolf-Dieter Diehl (Cellesche Zeitung)


WATHLINGEN. Rund dreißig Gemälde der in Uetze lebenden Künstlerin Anneliese Rieger sind noch bis zum 25. März im Haus "Kaffee & Kunst" in Wathlingen zu sehen. "Lebensfreude" lautet der Titel der Ausstellung. Tatsächlich sucht man vergeblich nach gedämpften oder trüben Tönen. Vielmehr bestechen die Bilder durch eine intensive Farb- und ungewöhnliche Formgebung. Kühne Schwünge und kräftig dosierte, satte und doch wohlproportionierte Farben beherrschen ihre fröhlich stimmenden Motive.

In diesem scheinbaren, von Blau- und Gelbtönen bestimmten bunten Chaos behält Rieger stets das Augenmaß für den kompositorischen Ablauf. Der Bildrhythmus bekommt seinen Anstoß aus dem Detail, aus der einzelnen Linie, der gewählten Farbe. Schon in ihren wie Studien wirkenden kleinen Aquarellen kommt ihr Streben nach Bewegung in der Formensprache zum Ausdruck. Doch erst in den großformatigen Gemälden entwickelt sich Bewegung, wird abstrakt und gibt dem jeweiligen Gesamteindruck ihrer Arbeiten seinen spezifischen Charakter.

Der Mensch und seine Umgebung gleiten förmlich ineinander und werden zu einer Einheit. Ihr "Gitarrenspieler" etwa oder das Ölbild "In Musik verschlungen" spiegeln eine ersehnte oder auch erlebte Harmonie, die sie geschickt zum Ausdruck bringt. Bilder wie "Badefreuden" oder "Carpe diem" wiederum vermitteln eine Symbiose aus äußerer und innerer Wirklichkeit, wie von der Natur inspirierte Ausblicke zurück in die Natur. Darin verwoben Gedanken und Erfahrungen, die diesen Prozess von Sehen und Reflektieren begleiten. Der Betrachter, dessen Vorstellungsvermögen oft auf die Probe gestellt wird, muss für sich einen ähnlichen Weg beschreiten. Dann allerdings wird er sich mühelos festlesen in Riegers reich erzählenden Gedankenlandschaften.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung im "Kaffee & Kunst" in Wathlingen, Schulstraße 10, ist bis zum 25. März 2008 täglich, 14 bis 18 Uhr, zu sehen.

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13.01.1998
Kreative Energie läßt
die Atelierwände wackeln

     Anneliese Rieger stellt in Röddensen aus

Der Künstler im Atelier ist nur von hinten zu sehen. Weit zur Seite geneigt, betrachtet er die leere Autobahn bei Lehrte, die wegen einer Brückensprengung gesperrt ist - ein aktuelles Ereignis inspirierte Anneliese Rieger zu ihrem expressionistischen Bild "Im Atelier" wie auch zu einigen anderen Bildern, die sie aus ihrer Region zu dem Ars Regio Ausstellungsprojekt des Werkateliers Röddensen beigesteuert hat. Insgesamt 15 Bilder der Uetzer Künstlerin, die seit zehn Jahren eine Malschule betreibt, stellt die Galeristin Ute Coviello derzeit aus. Anneliese Rieger, die für Landschaftsmalerei zuvor nicht besonders viel übrig hatte, hat sie innerhalb der vergangenen zwei Jahre eigens für das Projekt gemalt.

Zum Wiedererkennen nicht geeignet
Zum Wiedererkennen nach besinnlichen Spaziergängen in der Uetzer oder Lehrter Feldmark eignen sich die großformatigen Werke nicht. Zu subjektiv nähert sich die Künstlerin der Fuhsebrücke, der Eltzer Mühle und anderen idyllischen Motiven, zu eigenwillig setzt sie Blau, Gelb und Violett kontrastreich gegeneinander.
Um solche Bilder zu malen, hat sich Rieger nicht an Fotovorlagen gehalten, sondern ist frühmorgens, im Sonnenschein, aber auch bei Wind und Wetter hinausgegangen. Ihre Empfindungen und Stimmungen teilen sich dem Betrachter mit. Fröstelnd empfindet er in dem Bild "Frühling an der Fuhse", wie sich auf der einen Seite die Fachwerkhäuser in der Winterkälte zusammenkauern, während auf der anderen Seite bereits der Frühling mit gelben Blütenfarben triumphiert.

Landschaft im Sturm
Fast einfarbig wirken dagegen die Darstellung einer Landschaft im Sturm und das gedrückte "Allerseelen". Ob die schemenhaft im Nebel erscheinenden Menschen zu den Gräbern gehen oder von dort kommen, ist nicht zu erkennen, Wild und dynamisch mit stürzenden Linien und starken Farben geht es dagegen auf einem weiteren Atelierbild zu. Trotz des ländlichen Ausblicks auf einen Feuerwehrturm mit Storchennest: In diesem Atelier wird offenbar so viel geballte kreative Energie freigesetzt, daß die Wände wackeln.
Erst Gegensätze - ob Drinnen und Draußen oder Natur und Technik - machen das ganze Bild aus: Bis an den Horizont erstrecken sich in der "Vision" die zartfarbigen Spargelfelder, liebevoll gehütet von einer Erdgöttin auf einem Stuhl. Währenddessen wachsen aus den Reihen Hochspannungsmasten und Windräder.

sz

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23.08.1995
Drei Ausstellungstage am Wochenende:
Bildende Künstler stellen im Landhaus am Golfpark aus

Die Wedemärker Kunsthandlung "Villa Hanse" lädt in Zusammenarbeit mit dem Landhaus "Am Golfpark" im malerischen Langenhagener Ortsteil Hainhaus am kommenden Wochenende zu einer besonderen Ausstellung ein: Im unverwechselbaren Countrystile-Ambiente des Landhauses am Golfpark Hainhaus stellen zwei bekannte Bildhauer, sowie eine erfolgreiche Malerin und ein renommierter Maler aus.
Das besondere an dieser Kunstausstellung: Alle vier Künstler sind an den drei Ausstellungstagen anwesend und plaudern gegenüber den nicht zuletzt ob de reizvollen Ausstellungsortes zahlreich erwarteten Kunstinteressenten gern über Techniken, Arbeitsweisen und ihr Empfinden bei der Arbeit.
An dem Ausstellungswochenende in Hainhaus beteiligen sich die Bildhauer Herbert Grützner und Mathias Kadolph sowie der Maler Vladimir Paramonov und die Malerin Anneliese Rieger.
Zur Eröffnung am Freitag, 25. August, spielt ab 19 Uhr das Vororchester der Musikschule Wedemark unter Leitung von Corinna Kretsch.
Natürlich können alle ausgestellten Werke auch käuflich erworben werden, wobei zehn Prozent des Verkaufserlöses dem Förderverein Bissendorfer Schulen zugesagt sind.

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08.09.1995
Knallige Farben und klare Linien
Anneliese Rieger stellt in der städtischen Galerie aus

Lehrte. Wichtig ist für Anneliese Rieger nur das Bild. Nicht das Privatleben oder der persönliche Bezug des Künstlers sollen interessieren, ausschließlich das Bild, das Motiv soll Aufmerksamkeit erwecken. Deswegen läßt sich die in Uetze lebende Künstlerin auch nur ungern fotografieren. Sogar bei ihrer eigenen Ausstellungseröffnung in der Städtischen Galerie hielt sie sich eher im Hintergrund versteckt. Vielleicht wollte sie sich damit auch selbst unter das Motto ihrer Ausstellung - "Sichtbare und unsichtbare Wirklichkeit" - stellen.
Höchst wissenschaftlich führte Dieter Warzecha, Dozent an der Bundesakademie Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel, in Riegers Ausstellung ein. Sein Vortrag ließ Schlimmes erahnen. Von positivistischen Perspektiven sprach er, von paradoxer Sensibilität und diskursiver Sprache.
Klare Linien, mit dicken, Pinselstrichen aufgetragen, beherrschen die Motive. Besonders die Stilleben fallen ins Auge. Eine Vase, auf einem wegrutschenden Tuch platziert, balanciert auf einem wackligen Aufbau, hält aber das Gleichgewicht und strahlt so eine gewisse Ruhe und Leichtigkeit aus. Humor läßt die Künstlerin mit dem Hinterteil eines kleinen roten Teufelchens erahnen, das unter der Vase hervorlugt. Auch auf einem anderen Bild, "In the garden of tomorrow", ist diese kleine Gestalt, diesmal allerdings in grün, zu sehen. Verlangend greift sie nach den Noten, die Rieger als Collage in das Bild integriert hat.
Nicht nur Stilleben, sondern auch sehr bewegte Motive mit knalligen Farben sind zu sehen. So scheinen der Büffel und die Antilope auf dem Bild "Afrika" im nächsten Moment aus dem Rahmen zu springen, um ihren Weg fortzusetzen.
Manche Bilder fordern das Vorstellungsvermögen des Betrachters heraus, bekannte Formen sind nur noch selten zu finden. "Vielleicht ein Tränensack?" rätselt ein Besucher, der vor einem Stilleben steht, das in den Farben Schwarz, Weiß und Rot eine Art Beutel zeigt, hinter dem sich ein großes schwarzes Loch auftut. "Die Steine sind so schwer" gibt dagegen nicht nur sprachlich ein Rätsel auf. Ist das Holzstückchen ein Balken - und was stellen die kleinen Gebilde in der rechten Ecke dar? Hier bleibt der Betrachter auf Spekulationen angewiesen.
Ihr persönliches Lieblingsbild stellt die Künstlerin in ihrer Ausstellung ebenfalls vor. Die "Kreuzigung" zeigt das nur schwer erkennbare Kreuz inmitten einer weißen, tristen Landschaft. "Die Leute sagen immer: ‚Mein Gott, warum hast Du mich verlassen?' Aber das stimmt gar nicht. Wir haben Gott verlassen, es ist genau anders herum", erklärt Rieger dazu. Noch viele andere Arbeiten, wie "Lebensabend", "Rast im Park", "Tagesanbruch" und "Die Wartende" faszinierten die knapp 50 Besucher der Eröffnung, die sich nur schwer von den Bildern lösen konnten. Die Ausstellung bleibt noch bis Sonntag, 8. Oktober geöffnet, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Ruth Herrmann

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04.07.1995
Jedes Bild erzählt eine Geschichte aus dem Leben der Künstlerin

Schönberger Strand. Bilder von intensiver Farb- und ungewöhnlicher Formbebung sind seit Sonntag in der Galerie am Schönberger Strand zu sehen. Die Weltenbummlerin Anneliese Rieger hat einen kleinen Querschnitt ihres umfangreichen Werkes zu einer Ausstellung arrangiert, die sie "Sichtbare und unsichtbare Wirklichkeiten" nennt. Und es ist denn auch die Mischung aus Realität und einer durch Gefühle geprägten Sichtweise der Dinge, die den plakativ, mit breitem Pinselstrich ausgeführten Öl-, Acryl- und Temperabildern ihren besonderen Reiz verleiht.
"Jedes meiner Bilder erzählt eine kleine Geschichte aus meinem Leben", erläuterte Anneliese Rieger, die aus Hannover zur Ausstellungseröffnung angereist war. Ihr Leben führte sie quer durch Europa nach Amerika und zurück nach Deutschland. Die häufigen Umzüge und die immer wieder schmerzhafte Trennung von der gewohnten Umgebung hat sie malend verarbeitet. Da gibt es etwa das Bild "In the garden of tomorrow", in das ein Notenblatt mit dem gleichnamigen Lied eingearbeitet ist. Die Angst vor dem bevorstehenden Umzugs-Chaos zeigen die im Bild versteckten Teufelchen. Die Linien der Möbel verzerren sich - nichts ist mehr so, wie es sein sollte. Im zweiten Bild der Serie, dem "Stilleben", ist der Umzug in vollem Gange. Eine herausgezogene Schublade ist schon gelehrt. Das Angst-Teufelchen steckt indes noch unter dem Ständer der Blumenvase. Erst im dritten Bild ("Ohne Titel") hat die Künstlerin Abschied genommen. Die bisherige Heimat ist surreal geworden: Die Tür sitzt in der hervorspringenden Mauerecke und läßt sich nicht mehr schließen, weil eine Treppe mitten hindurch führt. Aber der Weg ist hell und verheißt eine vielversprechende Zukunft. "Das ist mein Umzugs-Triptychon" lächelt Anneliese Rieger beim Gang durch die Ausstellung.
Humor hat sie beim Bild "Die Steine sind so schwer" bewiesen. Die von den Berggipfeln heruntergerollten Steine wollen wieder nach oben und suchen sich einen Bergführer, ein kantiges Stück Holz. Angeleint starten sie ihre riskante Tour, während im Hintergrund ein Reporter-Stein lauert, der einen "Kurzbericht" - auch das wieder ein ins Bild eingearbeitetes Stück Papier - verfassen will.
Den Geschichten auf die Spur zu kommen, die Anneliese Rieger mit dem Pinsel erzählt, ist spannend und faszinierend. Die Bilder leben und eröffnen den Blick in eine Welt, in der jeder Gegenstand durch seine Farbe und Form eine individuelle Bedeutung gewinnt. "Die Wirklichkeit ist die Summe aus Realität und Erlebtem", führte denn auch Bürgermeister Wilfried Zurstraßen bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag aus. Zu sehen und zu kaufen sind die Exponate, zu denen auch eine Auswahl an Kleinplastiken gehört, noch bis Ende September.

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17. Juni 1992
"Echte" Vernissage im Werkatelier
Lehrte-Röddensen. Zu einer Vernissage im ursprünglichen Sinn geriet im Werkatelier Röddensen die Ausstellungseröffnung mit Tonplastiken und Bildern der Steinwedeler Künstlerin Anneliese Rieger. "Früher bedeutete einer Vernissage, daß ein Maler seine Freunde einlud, wenn ein Bild fertiggestellt war. In Anwesenheit der Gäste wurde das Gemälde dann gefirnißt", erklärte Anneliese Rieger, ehe sie selbst zur Tat schritt. So durften dann auch die etwa dreißig Gäste im Werkatelier miterleben, wie die Künstlerin einem ihrer Gemälde den letzten (Firniß-) Anstrich verpasste. Ihre neuen Bilder beschreibt die Steinwedeler Künstlerin als "spontane malerische Abstraktionen mit sparsamer, dynamischer Linierführung". Spontaneität war auch bei der Herstellung der Tonplastiken Trumpf, die zur selben Zeit wie die Bilder entstanden sind. Grate und Buckel auf den skurrilen menschlichen Typen zeigen die schnell modellierende Hand der Künstlerin. Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Juli im Werkatelier zu sehen.

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Anfang 1990er
Anneliese Rieger in der Artothek
"Ein Bild ist für mich wie eine Komposition"

Nach gedämpften, trüben, traurigen Tönen Ausschau zu halten kann sich der Betrachter von Anneliese Riegers Bildern sparein. "Ich liebe die Sonne und ihre Wärme - und die Farben, die sie um mich herum hervorbringt", schwärmt sie. Deswegen gibt es auch kein Winterbild der Malerin, die nach einer langen, weltweiten Odyssee mit ihrer Familie jetzt in Uetze sesshaft geworden ist. Auch dort entstehen - selbst in der kalten Jahreszeit - Gemälde mit sonnendurchwärmten, freundlich einladenden Landschaften, Schlössern, Burgen, Parks, Häusern und Leuten aus aller Welt. "Ich mache vor Ort eine Skizze, notiere mir die Farben, deren unterschiedliche Intensität, die Lichtwirkung, meine spontanen Eindrücke und meine Laune", berichtet sie über Ihre Arbeitsweise. "Außerdem schieße ich ein paar Fotos. Meine Fotografien sind für mich das, was ein Zettelkasten voller Notizen für den Schriftsteller ist". So spreizt in sattem Goldgelb die hochherrschaftliche römische Villa d'Este Ihre Rundbögen auf, die Meersburg bei Konstanz muß bei aller Verzerrung kein einziges Türmchen missen, und der witternde Wasserbüffel in der weißdurchglühten Steppe läßt die Erinnerungen an eine ihrer Lebensstationen in Südafrika wieder erwachen.
Die Gebäude-Abbildungen tragen den Riegerschen Stempel: Mit kühnen Schwüngen ihrer Fassaden rechken sie sich energiegeladen himmelwärts, scheinen sich in der Sonne wollüstig zu dehnen und zu strecken, und selbst eine einfache Parkbank könnte aufgrund ihrer schwungvollen Linierführung notfalls auch als schnittiger Schlitten herhalten. "Die Idee dazu ist mir in Rom gekommen: Dort war gerade Weltjugendtag, die Stadt war voller Mensche, und ich habe mir überlegt, wie es wohl aussehen mag, wenn die alle in die Seitenstraßen gehen und die Häuser und Bäume versuchen, ihnen Platz zu machen". Das Resultat dieses Spaßgedankens gefiel der Malerin, so daß sich diese Linienführung bis heute durch die Bilder zieht. Zusammen mit der kräftig dosierten, sich aber dennoch nicht gegenseitig überbietenden satten Farben ergibt sich teilweise eine wilde Mischung, die einen klitzekleinen ersten Augenblick lang wie ein buntes, von Linien zerteiltes Chaos wirkt. Ruhigeren Naturen könnte durchaus angst und bange werden, hätten sie ein solches Bild ständig in ihrer Nähe. "Die Bilder brauchen Raum", meint Rieger. Für kleine Zimmerchen sind die wildbunten mittelformatigen Gemälde wahrlich nicht geeignet. Bisweilen erst aus ein paar Metern Entfernung wird das Bild als wohlproportionierte Einheit erkannt und strömt sogar Harmonie aus. "Das ist für mich wie eine Komposition", erläutert die Malerin, die in Marburg Archäologie und Kunstgeschichte studiert hat und ihr künstlerisches Talent bei Professor Höhl im Ernst-von-Hülsen-Haus ausbildete. "In meiner Familie wurde viel Musik gemacht und mein Kunstlehrer am Gymnasium in Leer spielte Gitarre, während wir malten". Aber auch Abstraktes fehlt nicht im Riegerschen Werk. Vor allem nach den anstrengenden Auftragsarbeiten tobt sie sich gerne an Nicht-Gegenständlichem aus, setzt sparsame Farb- und Formakzente, um anderswo plötzlich alles aufbrechen und explodieren zu lassen. Selbst dann gibt es noch etwas zu lachen: Beispielsweise bei den Felsen, die sich nach einem Steinschlag einen Bergführer - ein eingefügter Holzspan - wählen, weil sie wieder auf ihre alten Plätze zurück wollen.
Wer sich jetzt also einen echten Rieger für die Wohnzimmerwand leihen möchte, hat in der Artothek unter "Stilleben", "Orchidee" und "Sonnenschirm in Konstanz" die Auswahl.

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23.09.1985
"Eßpressionismus" als neue
Vokabel in der Malerei


Burgdorf-Schillerslage. In der erst kürzlich im Burgdorfer Ortsteil Schillerslage eröffneten Galerie Helga Huth sind in einer Gemäldeausstellung 60 Bilder der Malerin Anneliese Rieger zu sehen. Darunter sind Werke, dür die die Künstlerin den Begriff "Eßpressionismus" geprägt hat. Die Farbe für diese Bilder gewinnt Anneliese Rieger aus Gewürzen, woraus die scherzhafte Verballhornung des Begriffes Expressionismus abgeleitet ist.
Ein anderes hervorstechendes Merkmal der ausgestellten Bilder ist bei Portraits die Ausdruckskraft der Augen. Das fällt besonder bei zwei recht unterschiedlichen Christusbildern auf. Die Malerin hält nichts davon, Menschen für ein Bild stundenlang Modell sitzen zu lassen, weil sie glaubt, daß ein bestimmtes Lächeln oder ine besonderer Ausdruck nicht über einen langen Zeitraum konserviert werden kann. Darum bevorzugt sie Fotografien, Momentaufnahmen, als Vorlagen für Ihre Protraits. So entstanden viele Bleistiftzeichnung bekannter Persönlichkeiten.
Anneliese Rieger, die seit 1973 in Steinwedel lebt, ist eine gebürtige Göttingerin. Ihre Jugend verbrachte sie in Brüssel, später fand sie in Leer/Ostfriesland eine zweite Heimat. In Marburg und Gießen studierte sie Archäologie und Kunstgeschichte und arbeitete während dieser Zeit intensiv mit verschiedenen Maltechniken nach dem Motto "Erst lernen, dann weglassen". Sechs Jahre hielt sie sich in den USA auf, und auch einige Jahre in München hatten starken Einfluß auf ihre künstlerische Arbeit.
Ausstellungen von ihr gab es bereits in den USA, in Frankreich, Belgien und vielen Orten der Bundesrepublik. Nun sind 60 ihrer Werke in der Galerie in Schillerslage bis zum 5. Mai zu sehen. Öffnungszeiten sind dienstags bis sonnabends von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 15 bis 18 Uhr. Für Besuchergruppen können Sondervereinbarungen getroffen werden.

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März 1984
Augen blicken eindringlich aus den Werken Anneliese Riegers
Kreissparkasse zeigt Ausstellung der bekannten Künstlerin

Langenhagen. Immer wieder tauchen in den Werken Anneliese Riegers Augen auf, deren Blicken sich der Betrachter kaum erwehren kann. Verschmitzt lächelnd, hintergründig drohend oder einfach traurig blicke die Augen aus Gesichtern, die die Künstlerin in die unterschiedlichsten Umgebungen integriert hat. In der Geschäftsstelle Langenhagen der Kreissparkasse Hannover sind zur Zeit Arbeiten der bekannten Künstlerin zu sehen.
Ihr Hauptaugenmerk legt Anneliese Rieger ihren eigenen Worten nach auf den Mensche. Sie hat sich dabei auf Porträts spezialisiert, die sie teilweise nach Fotos anfertigt. So sind in der Ausstellung unter anderem ein Porträt des Wissenschaftlers Wernher von Braun und des Komponisten Carl Orff zu sehen. Porträts von drei jüdischen Priestern weisen gleich zu Anfang der Ausstellung auf das Anliegen von Anneliese Rieger hin.
In ihren weiteren Arbeiten ist die positive Weitsicht der Künstlerin deutlich erkennbar. Schöne natürliche Farben herrschen in ihren Monotypien vor, die sie mit den verschiedensten Techniken zu einer erstaunlichen Wirkung perfektioniert hat. Aquarellfarben, Bleistift, Collagen oder Deckfarben hat sie in vielen Arbeiten in einem Werk integriert, die allesamt keinen Titel tragen: "Der Betrachter soll sich selbst einen ganz persönlichen Titel aussuchen."
Und fast überall sind in ihren Monotypien Augen zu finden, die teilweise in den dazugehörenden Gesichtern ein Eigenlieben zu führen scheinen, so deutlich hat Anneliese Rieger sie herausgearbeitet. Ein Rest von Unsicherheit kommt durch die so häufig erscheinenden Augen in die positive Weltsicht der Künstlerin. Anneliese Rieger blickt vooler Freude und Hoffnung in die Welt und drückt ihre Auffassung auch in ihren Arbeiten aus - doch schwingt in fast allen Werken ein manchmal nur hingehauchtes "Vielleicht" mit; sie macht es sich nicht einfach mit sich und ihrer Umwelt.
Anneliese Rieger hat bereits Ausstellungen in Belgien, Amerika, Frankreich und an vielen Orten der Bundesrepublik gehabt. Die Ausstellung in der Kreissparkasse Langenhagen, Walsroder Straße 142, ist während der üblichen Öffnungszeiten noch bis Freitag, 8. April, zu sehen.

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1974
Kunstausstellung
Burgdorf. Die Freude am Schönen des Lebens spiegelt sich immer wieder bei den Gemälden und Zeichnungen der Künstlerin Anneliese Rieger wider, die ihre Werke seit gestern in der Hauptstelle der Stadtsparkasse Burgdorf ausstellt. Der häufige Wohnortwechsel - bisher zog sie zwölfmal um - hatte starken Einfluß auf die Themen und Ausdrucksformen. Ihr Hauptinteresse liegt zweifellos im Portraitieren, das sich wie ein roter Faden durch ihre mannigfachen Arbeiten zieht. Aber auch die Expressivität der norddeutschen Landschaft mit ihren stimmungsvollen und aufwühlenden Naturerscheinungen haben großen Einfluß, wie die letzten Ölgemälde deutlich beweisen. Seit August vergangenen Jahres lebt die Künstlerin nunmehr in Steinwedel.
Anneliese Rieger erblickte im Jahre 1938 in Göttingen das Licht der Welt. Bis Ende 1944 lebte sie dann in Brüssel. Nach kurzem Aufenthalt in Brüssel fand sie dann in Leer/Ostfriesland eine neue Heimat. Im Jahre 1958 und 1966 siedelte sie nach Amerika über.

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